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Die Geschichte des Vereins

SCIJ

Internationaler Skiclub der Journalisten – kurz SCIJ, gegründet 1955 – weltweit mehr als 3000 Journalisten aus 44 Ländern.

Skiclubs gibt es weltweit sehr viele. Sie verbinden grenzüberschreitend  Wintersportler und führen häufig zu dauerhaften Freundschaften. Eine Spitzenstellung beim internationalen Vergleich nimmt allerdings der „Ski Club International des Journalistes“ (SCIJ) ein. An seinem ersten Treffen 1955 im französischen  Méribel-les-Allues nahmen 65 Journalisten aus Belgien, Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Jugoslawien, Luxemburg, Österreich und der Schweiz teil. Bereits beim zweiten Treffen im Schweizer Wintersportort Sainte-Crois – Les Rasses nahmen Kollegen aus den USA, ab 1961 im französischen Courchevel Journalisten aus der Sowjetunion teil. Rekordbeteiligungen mit 280 Kollegen aus 37 Nationen wurden 1993 in Sestrière (Italien) und 1994 in °Are (Schweden) erreicht.

Der SCIJ verdankt seine Gründung und vorbildliche Leitung dem französischen Kollegen Gilles de la Rocque, der während des „Kalten Krieges“ einen hervorragenden Beitrag zur Überwindung der ideologischen Gegensätze leistete. Er bot Tausenden von Journalisten Jahr für Jahr jeweils eine Woche lang am Rande der Pisten und Loipen Begegnungsmöglichkeiten für persönliche Gespräche.

Vor mehr als 60 Jahren kommentierte Gilles ein Außenministertreffen der Großen Vier im Palais Rose in Paris. Das war für ihn ein Schlüsselerlebnis, das ihn nachdenklich stimmte: Die politischen Kommentatoren aus Ost und West gingen sich aus dem Weg. Der engagierte Journalist, Sohn eines chauvinistischen Obristen, wollte das nicht hinnehmen. Der begeisterte Bergsteiger und Skiläufer kam auf die Idee, einflussreiche politische Kommentatoren aus Ost und West in die Berge einzuladen: Zum Slalom, Langlauf und Diskussionen zu aktuellen politischen Fragen. Gilles de la Rocque gründete 1955 den SCIJ, war bis Ende 1966 dessen Präsident und von da an (Gründungs-)Ehrenpräsident. Gleich während der ersten Treffen brachte er Deutsche und Franzosen, Russen und Amerikaner zusammen, 1976 in Finnland diskutierten Kollegen aus Israel und dem Libanon miteinander, 1992 begegneten sich beim SCIJ - Welttreffen in Colorado serbische und bosnische Redakteure aus Sarajewo.

Abfahrtslauf war bei den SCIJ - Treffen nie eine Disziplin, Gilles de la Rocque wählte den Slalom, weil er eher dem journalistischen Alltag entspricht. Am „Runden Tisch“ ging es jahrzehntelang primär um Entspannungspolitik; bekannte Publizisten wie z.B. der langjährige Pressesprecher des sowjetischen Außenministers und spätere russische UNESCO-Botschafter Vladimir Lomeiko, der WELT - Frankreichkorrespondent und spätere Staatssekretär im Bonner Verteidigungsministerium Lothar Rühl, Jean Schwoebel von Le Monde beteiligten sich an Diskussionen zu brisanten Themen. Im überschaubaren “familiären“ Kreis der Ost-West-Journalistenrunde gelang schon lange vor Verwirklichung der KSZE-Schlussakte von Helsinki und Gorbatschows Reformpolitik der Abbau der Konfrontation. Das wurde u.a. vom sportlichen finnischen Staatspräsidenten Urho Kekkonen (Schirmherr des Treffens 1976), von Altbundespräsident Richard von Weizsäcker, der 1998 am Langlauf des Welttreffens in Bayrischzell teilnahm und dem langjährigen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch, der dreimal Einladungen folgte, mit großem Respekt gewürdigt. Gilles de la Rocque hat nicht nur eine Vision verwirklicht, er hat während der Zeit der Ost-West-Konfrontation im überschaubaren Kreis der Wintersportfreunde eine Vertrauensbasis geschaffen. So ergänzte der „Geist von SCIJ“ den „Geist von Helsinki“ und begründete viele dauerhafte Freundschaften.

Argentinien 1982
Argentinien SEO 1982

Führende Staatsmänner (1976 der finnische Präsident Urho Kekkonen, 1978 der österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky) übernahmen die Schirmherrschaft von Welttreffen. IOC Präsident Samaranch war mehrmals Gast von SCIJ Welttreffen. Es war konsequent, dass der SCIJ Anfang der 1990er Jahre neue Kollegen aus den Reformstaaten zu vielfältigen internationalen Kontakten verhalf. Selbst auf dem Höhepunkt des Bosnienkonfliktes nahmen bosnische und serbische Kollegen aus Sarajevo teil.

Text: Sigfried Löffler, Mitglied des SCIJ und freier Journalist